Ärztekammer: Einigung mit SVA – bessere medizinische Versorgung

Neuer Gesamtvertrag gilt ab 1. Juni – Wawrowsky: „Vor allem Patienten als Gewinner“

Nach einem siebenstündigen Verhandlungsmarathon hat sich die Bundeskurie Niedergelassene Ärzte mit der SVA auf einen neuen Gesamtvertrag geeinigt. Dieser gilt rückwirkend ab 1. Juni. „Am Ende hat die Vernunft im Sinne unserer Patientinnen und Patienten gesiegt“, zeigte sich der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, zufrieden. Neben einer neuen Honorarordnung soll auch das bestehende System verbessert werden. Prävention und die Begleitung chronisch Kranker stehen dabei im Zentrum. „Die SVA hat nach zähem Ringen ihre Verantwortung als Sozialversicherung gegenüber ihren Versicherten wahr genommen. Ab sofort können die Patienten beim Arzt wieder wie gewohnt mit der e-card abrechnen“, so Dorner.

„Es gibt nach diesen Verhandlungen vor allem einen Gewinner. Und das sind die Patienten“, erklärte der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Günther Wawrowsky, nach dem Gespräch. Voraussetzung für den positiven Ausgang sei ein Entgegenkommen der Gewerbeversicherung gewesen, die durch WKO-Präsident und SVA-Obmann Christoph Leitl sowie dessen Stellvertreter Martin Gleitsmann vertreten war. Letztendlich habe man sich auf eine Stärkung des niedergelassenen Bereichs mit dem Aufbau eines Vertrauensarztmodells, das eine bessere Versorgung sowie Begleitung chronisch Kranker gewährleisten soll, geeinigt. Auch die therapeutische Aussprache, die Psychotherapie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie werden nun besondere Beachtung finden – ein besonderes Anliegen von ÖÄK-Präsident Dorner.

„Gerade Selbständige können es sich nicht leisten, krank zu sein“, ergänzte Wawrowsky. Dem wolle man daher mit Präventionsprojekten Rechnung tragen. „Die Patientinnen und Patienten werden persönlich regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen eingeladen. Es wird Anreize geben, gesund zu leben.“ Auch auf eine neue Honorarordnung hätte man sich letztendlich verständigen können. Das neue Projekt soll 2011 in die Pilotphase gehen.

Wawrowsky ist optimistisch: „Ich erwarte mir künftig nicht nur eine Verbesserung der medizinischen Versorgung, sondern auch eine bessere und vor allem andere Zusammenarbeit mit der SVA, damit eine Situation wie in den vergangenen Monaten künftig vermieden werden kann.“ Ihm liege viel an der Sozialpartnerschaft und die Partner hätten nunmehr bewiesen, dass ihre Zusammenarbeit zukunftsträchtig sei. Bei dem neuen Projekt handle es sich um einen innovativen Weg, der Vorbild für das gesamte Gesundheitssystem sein könnte, so Dorner und Wawrowsky abschließend.


ÖÄK, 2010-06-10

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