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„Pressepreis" der Österreichischen Ärztekammer für 2016 vergeben

Ausgezeichnet: Ursula Theiretzbacher, ORF Radio, und Michael Krassnitzer, „Ärztemagazin"

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, hat am Mittwochabend den „Preis der Österreichischen Ärztekammer für besondere publizistische Leistungen im Interesse des Gesundheitswesens" des Jahres 2016 vergeben. Ausgezeichnet wurden Ursula Theiretzbacher, Leiterin des HD1 Newsdesk im ORF, und Michael Krassnitzer vom „Ärztemagazin".

„Dieser Preis der Österreichischen Ärztekammer ist gedacht als ein Zeichen der Wertschätzung für sorgfältigen und ausgewogenen Journalismus. Für publizistische Arbeiten über gesundheitspolitische oder sozial relevante medizinische Themen, die an den Medienkonsumentinnen und -konsumenten nicht einfach nur vorbeirauschen", sagte Wechselberger in seiner Laudatio.

Die Beiträge beider Preisträger hätten auf besondere Weise gezeigt, dass es auch in Zeiten der viel zitierten Informationsflut möglich ist, seriös und packend zu informieren. Es liege aber auch in der Verantwortung von Medienunternehmen, auch weiterhin für Bedingungen zu sorgen, unter denen Qualitätsjournalismus möglich ist, so der Präsident der Österreichischen Ärztekammer.

Ursula Theiretzbacher: „Hungern für die Männlichkeit"

Ursula Theiretzbacher arbeitet seit über 30 Jahren als Journalistin. Seit 2009 zeichnet die gebürtige Wienerin als Leiterin des Newsdesk der ORF-Hörfunkdirektion 1 für Radionachrichten und Teletext verantwortlich. Ihre Leidenschaft gilt jedoch dem Radiofeature. Ein solches brachte ihr auch den „Pressepreis" der Österreichischen Ärztekammer ein: Im Rahmen der Ö1-Serie „Journal Panorama" ließ sie 2016 unter dem Titel „Hungern für die Männlichkeit" von Essstörungen betroffene Männer zu Wort kommen. „Es ist gut, dass Magersucht und Bulimie bei Frauen keine Tabuthemen mehr sind. Das sollte – nicht zuletzt im Sinne der modernen Gendermedizin – auch für Männer gelten", sagte ÖÄK-Präsident Wechselberger in seiner Laudatio. Mit ihrer Arbeit trage Theiretzbacher dazu bei, das Bewusstsein für Essstörungen als ernsthafte und keineswegs „typisch weibliche" Erkrankung zu schärfen.

Michael Krassnitzer: „Bye, bye Hausarzt"

Michael Krassnitzer wechselte 2002 nach seiner Tätigkeit als Leiter der Ressorts Kultur- und Wissenschaft der „Furche" in den freien Journalismus. Nach wie vor arbeitet der gebürtige Grazer auch als Kulturpublizist, sein Fokus liegt jedoch auf Medizin und Gesundheitspolitik. Der freie Mitarbeiter der Fachmedien „Ärztemagazin" und „Clinicum" erhielt den ÖÄK-„Pressepreis" für sein aufwändig recherchiertes Dossier „Bye, bye Hausarzt", das 2016 im „Ärztemagazin" erschienen ist. In dem Beitrag nehmen auch Experten aus Wissenschaft und Praxis zum brennenden Problem des Ärztemangels Stellung. „Krassnitzer bietet einen stringenten und umfassenden Überblick über ein komplexes Thema von gesamtgesellschaftlicher Tragweite. Der Beitrag würde mit Sicherheit auch bei einem nicht-ärztlichen Publikum auf Interesse stoßen", so ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger in seiner Laudatio.

01.06.2017

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Fotohinweis: ÖÄK/Gregor Zeitler