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Spitalsärzte-Vertreter: „Erster Schritt, aber Geld alleine wird nicht reichen"

Finanzspritze für Medizinstudenten nicht ausreichend

Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), kommentiert aktuelle Vorschläge zu finanzieller Unterstützung von Medizinstudenten: „Wir brauchen kreative Lösungen und starke Akzente, um dem Ärztemangel in unserem Land ein Ende zu setzen und den Beruf des Arztes wieder attraktiv zu machen." Mayer nimmt dabei Bezug auf die Vorschläge des burgenländischen SPÖ-Gesundheitslandesrates Norbert Darabos. Demnach sollen Studenten ein Stipendium in Höhe von 500 Euro monatlich erhalten, wenn sie sich verpflichten, später für einen bestimmten Zeitraum als Hausarzt im Burgenland zu praktizieren. Für eine neue Praxis will das Land eine Anschubfinanzierung leisten und kalkuliert dazu für die nächsten zehn Jahre ein Volumen von 1,3 Millionen Euro.

Dazu Karlheinz Kornhäusl, Turnusärzte-Vertreter und stellvertretender Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte: „Es ist erfreulich, dass sich die Politik endlich dieses Themas annimmt und versucht, die jungen Kolleginnen und Kollegen zu motivieren. Ich finde, das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings wird es zu kurz greifen, dieser neuen Generation an Ärztinnen und Ärzten ausschließlich finanzielle Anreize zu bieten." Der Turnusärzte-Vertreter weist beispielsweise auf die allgemeinen Arbeitsbedingungen und die offenen Baustellen im Ausbildungsbereich wie die noch nicht geklärte Finanzierung der verpflichtenden Lehrpraxis hin. „Studierende sowie junge Ärztinnen und Ärzte müssen gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet sein. Wir müssen in ihnen das Feuer wecken, das Gelernte ausgezeichnet und hoch motiviert umzusetzen – und zwar im eigenen Land. Und wir müssen Akzente setzen, um den Beruf des Hausarztes wieder attraktiv zu machen. Geld alleine wird dazu nicht reichen", so Kornhäusl abschließend.