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ÖÄK-Szekeres legt nach: Rauchverbot-Diskussion lediglich politisches Ablenkungsmanöver

„Aufweichung der bestehenden Gesetze dient nur populistischem Zweck"

Die aktuelle Diskussion um das Thema Rauchverbot hält der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Thomas Szekeres, für ein politisches Ablenkungsmanöver. „Wenn alle Daten und Fakten belegen, dass sich nur durch strengen Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen und nur deutlich erschwerten Zugang zu Zigaretten z.B. das Herzinfarkt-Risiko signifikant senken lässt, dann kann die Aufweichung der bestehenden Gesetze nur dem populistischen Zweck dienen", betont Szekeres am Mittwoch.

Auch von der Anhebung der Altersgrenze für jugendliche Raucher von 16 auf 18 Jahre hält der ÖÄK-Präsident wenig. „Unsere Jugend können wir nur durch frühe Aufklärung und Vorbildfunktion überzeugen, nicht über Verbote", sagt Szekeres. Dabei wäre es wichtiger den Zugang zu Tabak schwieriger zu gestalten und nicht das Rauchen noch mehr zum „Erwachsenenverhalten" hochzustilisieren. Die Jugend müsse von Klein auf lernen, dass geselliges Beisammensein in Lokalen nicht mit Rauchen assoziiert wird. Das funktioniere nur über Vorbildfunktion der Erwachsenen. „Denn ein rauchendes Umfeld animiert dazu, es ihm gleich zu tun", betont Szekeres.

Alle Bedenkenträger aus der Gastronomie und Wirtschaft verweist der ÖÄK-Präsident auf die Erfahrungen aus dem Ausland. Eine in Deutschland publizierte Studie über die Wirkung von Rauchverboten kommt zu dem Ergebnis, dass diese einen deutlich positiven Effekt auf die Gesundheitsausgaben hätten. Alleine die Kosten für stationäre Behandlungen von Herzinfarkten würden um 20 Prozent sinken.

Im Rauchverhalten sind wir ein Schlusslicht Europas. Es wäre also höchste Zeit, über größere Anstrengungen und strengere Regeln in Österreich nachzudenken und nicht geltendes Recht aufzuweichen, so Szekeres abschließend.