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Wechselberger: Krankenkassen mitschuld an Versorgungsengpässen

 

WGKK bestraft Leistungsbereitschaft der Ärzte, ignoriert Patientenbedürfnisse und profitiert von Misere

 

Die derzeit wegen der Grippewelle besonders angespannte Situation in den Wiener Spitalsambulanzen sowie die Engpässe im niedergelassenen Bereich zeigen, dass es den Verantwortlichen in der Sozialversicherung offensichtlich völlig egal ist, wenn sich die Überlastung der Spitalsambulanzen und die Wartezeiten generell noch weiter verschlimmern, sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, am Freitag in einer Presseaussendung.

Die Versorgungsmisere in der Bundeshauptstadt sei auch eine Folge der Spardoktrin der Sozialversicherung. Bekanntlich weigere sich die WGKK, Kassenärzten, die in Sonderschichten Patienten behandeln, den damit verbundenen Mehraufwand zu honorieren. Damit setze sich der größte „soziale" Krankenversicherungsträger über ein Grundprinzip hinweg, das für alle Normalsterblichen gelte, nämlich, dass mehr Leistung auch mehr koste. Der Zuschlag sei jedoch essenziell, schließlich gebühren den Ordinationsangestellten deutliche Zuschläge für Mehrarbeit.

Wechselberger: „Es reicht einfach nicht, medienwirksam nach längeren Öffnungszeiten und Versorgung am Wochenende zu rufen, ohne die Mittel für diese Mehrleistungen im niedergelassenen Bereich bereitzustellen." Es müsse jedem klar sein, dass eine Ausweitung des Praxisbetriebes auch Mehrkosten für den Praxisinhaber bedeute.

„Wien ist dabei nur ein Beispiel. Vielmehr ist es generell die Linie des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Mehrleistungen von Vertragspartnern zu bestrafen – sei es durch Leistungsbegrenzungen, degressive Honorarregelungen oder eben, wie in Wien, durch die Verweigerung von Honorarzuschlägen für Mehrarbeit", sagte der ÖÄK-Präsident.

Hier zeigt sich wieder, dass die Sozialversicherung in Wirklichkeit gar kein Interesse daran habe, dass Kassenärzte über die vereinbarten Praxisöffnungszeiten hinaus arbeiteten. Schließlich profitiere sie finanziell von jedem Versicherten, der nicht zum niedergelassenen Arzt, sondern in eine Spitalsambulanz gehe. Denn so lukriere die Kasse zwar den Versicherungsbeitrag, spare sich aber die Mehrkosten für die Behandlung in der Ambulanz, da sie diese ja pauschal abgelte.

Wechselberger: „Die Verantwortlichen einer solchen Sparpolitik verfolgen ausschließlich die Eigeninteressen ihrer Einrichtungen und kümmern sich keinen Deut um die Verbesserung des gesamten Gesundheitssystems. Dabei müsste der Ausbau des niedergelassenen Versorgungsbereichs höchste Priorität haben."

 

13.1.2017


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