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Strahlentherapie: Versorgung ausbauen statt System kaputt sparen

ÖÄK-Mayer: Ein weiteres Beispiel für „Weniger ist NICHT mehr"

Nach der Kritik des Stadtrechnungshofs, wonach Patienten in Wien zu lange auf Strahlentherapie warten müssen, haben sowohl das Gesundheitsministerium als auch der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) darauf hingewiesen, dass man die Therapiemöglichkeiten derzeit ausbaue. „Der aktuelle Zustand in einem entwickelten Land wie Österreich ist ein Skandal. Es ist dringend an der Zeit, endlich aktiv zu werden", sagte Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Freitag in einer Aussendung. „Die Politik muss der Bevölkerung reinen Wein einschenken und transparente Informationen darüber liefern, dass man jahrelang bei der Leistung gespart habe. Hier ist kein Raum mehr für politisches Herumtaktieren", so Mayer.

Dass im Krankenhaus Hietzing bis Ende des Jahres zwei Strahlengeräte in Betrieb genommen würden und bis Ende 2017 insgesamt 13 zur Verfügung stünden, sei laut Mayer begrüßenswert. Allerdings komme der angekündigte Ausbau der Kapazität für bereits Erkrankte teilweise zu spät. Den Verweis des Gesundheitsministeriums auf bereits abgeschlossene Verträge lässt der Bundeskurienobmann nicht gelten: „Es nützt nichts, nur Verträge abzuschließen. Das haben wir auch in der Vergangenheit schon beobachtet: Man muss Geld in die Hand nehmen. Man muss die Versorgung ausbauen. Und zwar sofort", so Mayer.

Die aktuelle Diskussion rund um die Strahlentherapie sieht der Vertreter der Spitalsärzte als weiteres Zeichen, dass das System sukzessive kaputt gespart werde und dass es an langfristig abgestimmten und nachhaltigen Konzepten für die Gesundheitsversorgung in Österreich fehle. Mayer fordert, dass diese Aspekte im österreichischen Strukturplan geregelt und entsprechende Gesetzesänderungen in die Wege geleitet werden. „Die Politik soll keine zahnlosen Papiertiger kreieren, sondern praktikable und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnittene Lösungen liefern. Denn gerade in einem so heiklen Bereich wie der Strahlentherapie gilt: Weniger ist NICHT mehr", so der ÖÄK-Vizepräsident abschließend.

27.01.2017


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