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Österreichische Ärztekammer: Brustkrebs-Screening verfehlt Ziel

Zuweisung durch Gynäkologen oder Hausärzte zwingend notwendig

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP) habe sein Ziel verfehlt, wie die Österreichische Ärztekammer heute in einer Presseaussendung festhielt. Mit einer Teilnahmerate von knapp 38 Prozent sei man weit von den angestrebten 70 Prozent entfernt.

Der nun vorliegende Evaluierungsbericht lasse aus Sicht der ÖÄK nur zwei Konsequenzen zu: „Entweder wir adaptieren das jetzige Programm dramatisch oder wir kehren wieder zu dem Programm zurück, das sich langfristig bewährt hat", so der Obmann der Bundesfachgruppe Gynäkologie und Frauenheilkunde der ÖÄK, Thomas Fiedler.

Grund für das schlechte Ergebnis sei ein Systemwechsel: Bis 2014 hätten die Gynäkologen und Hausärzte durch Aufklärung und Beratung ihre Patientinnen zur Mammografie motiviert. Danach sei man auf ein anonymes Brief-Einladungssystem umgestiegen. „Dafür bekommen wir jetzt die Rechnung präsentiert", sagte Fiedler.

Auch der ÖÄK-Vertreter im Steuerungsgremium des BKFP-Programms, Univ.-Doz. Franz Frühwald, halte es für „zwingend notwendig", dass Frauen wieder eine Zuweisung von ihren Gynäkologen oder Hausärzten erhielten. Denn sie seien als Vertrauensärzte für ihre Patientinnen die wichtigste Informationsquelle in punkto Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, wie mehr als zwei Drittel der im Rahmen der Evaluierung befragten Frauen angegeben hatten.

Frühwald bemängle auch die unzureichende Datenlage: „Wir Radiologen erhalten keinerlei Informationen und Rückmeldungen über die durchgeführten Biopsien und Operationen. Dabei war gerade die Information der Radiologen über die Ergebnisse ihrer Befunde als ganz wesentliches, qualitätsverbesserndes Feedback geplant."

Die österreichischen Radiologen hätten ausnahmslos alle an sie gestellten Anforderungen des Programms vom ersten Tag an erfüllt. Dennoch würden außer aus den Krankenhäusern in Tirol und Vorarlberg noch immer kaum systematisch Biopsie- und Operationsergebnisse eingemeldet.

Frühwald: Um sinnvolle Evaluierungen durchführen zu können, müsse das Programm auch medizinisch auswertbar gemacht werden. (AM/AR)


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