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ÖÄK zu ÖVP-Programm „Gesundheit"

Grundsätzlich begrüßt die Österreichische Ärztekammer den politischen Vorstoß, unser Gesundheitswesen zu verbessern, warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen und einfachen Lösungen für komplexe Fragestellungen. ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres: „Wer von einer Kostenexplosion in unserem Gesundheitswesen spricht, hat die OECD-Daten wohl nur überflogen! Tatsächlich sind unsere Ausgaben kaum gestiegen, wir geben für Gesundheit deutlich weniger Geld als Deutschland aus und haben dennoch eine höhere Lebenserwartung als unser Nachbar. Die gesunden Lebensjahre, die immer wieder als harte Daten herangezogen werden, stammen aus subjektiven Einschätzungen und sind damit wohl eher ein Indikator für kulturelle Unterschiede."

Auch im ÖVP-Programm ortet Szekeres die Fehleinschätzung, dass Gesundheit einmal mehr als Kostenfaktor und nicht als Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor gesehen wird. „Unser Gesundheitssystem soll nicht schlechter geredet werden als es ist und angesichts einer wachsenden und schnell älter werdenden Bevölkerung wird es mit weniger Geld einfach nicht funktionieren", betont Szekeres.

„Wir müssen unser solidarisches Sozialversicherungssystem aufrechterhalten, denn wir müssen den Menschen bei einer Krankheit unabhängig von ihrem Wohlstand helfen", fordert der ÖÄK-Präsident und sieht die Pläne für Kassenzusammenlegungen noch sehr unkonkret. Das wahre Problem, das gelöst werden müsse, sei der Risikoausgleich zwischen den Krankenkassen. Szekeres: „Für diesen Risikoausgleich gibt es brauchbare Modelle, da empfehle ich den Blick ins Ausland – z.B. Deutschland - zu wagen."

Der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart, begrüßt das Bekenntnis des ÖVP-Papiers zur Prävention und zu den Hausärzten. Steinhart: „Es ist erfrischend, dass Zentren nun nicht mehr als Allheilmittel in der Primärversorgung gelten, sondern erstmals die Stärkung der Hausärzte im Vordergrund steht." Unberücksichtigt blieben im ÖVP-Programm allerdings das Thema des drohenden Ärztemangels und die damit verbundenen Herausforderungen.

Wir freuen uns über jedes Programm, welches die brennenden Probleme in unserem Gesundheitswesen anspricht, betont Szekeres, aber nur mit ärztlicher Expertise können Reformideen auf Praktikabilität und Patientennutzen überprüft werden, mahnt der ÖÄK-Präsident einmal mehr die Einbindung der Ärzteschaft in die Gesundheitspolitik ein.


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