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Zukauf von Studienplätzen: ÖÄK-Vizepräsident fordert attraktivere Ausbildungsbedingungen

Harald Mayer: "Politik muss sich überlegen, wie wir sie hier behalten" - rund 40 Prozent der Medizin-Absolventen gehen dem Land verloren

„Österreich gehen die Ärztinnen und Ärzte aus. Es gibt dringenden Handlungsbedarf, Jungärzte im Land zu halten", sagt Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte, zu den Plänen des Wissenschaftsministeriums, Studienplätze an der privaten Paracelsus-Medizin-Uni (PMU) zuzukaufen. Die jüngsten Zahlen der ÖÄK sind alarmierend: Die Gesamt-Dropout-Quote erreicht dramatische 38,8 Prozent.

„Es ist höchst an der Zeit, den Standort Österreich attraktiver zu machen und so die Ärzteflucht einzudämmen", betont Mayer. Von 1.218 Absolventinnen und Absolventen der drei österreichischen öffentlichen Medizinuniversitäten sowie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität im Studienjahr 2015/2016 waren im Oktober 2017 lediglich 745 ärztlich tätig.

Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Fachärzten im Spital mehr Zeit zur Verfügung stellt, um Ärztinnen und Ärzte auszubilden. Zudem müssen Arbeitsplätze im Spital attraktiver werden. „Es braucht eine deutliche Entlastung der Ärzte von Administrations- und Dokumentationsaufgaben. Die Krankenanstaltenträger müssen gute Ausbildung als eigene Verpflichtung wahrnehmen. Der hohe Abgang der Jungärztinnen und Jungärzten ins Ausland hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sie dort bessere Ausbildungsbedingungen vorfinden", mahnt der ÖÄK-Vizepräsident. Es brauche in den Spitälern mehr Ressourcen, mehr Zeit, mehr Personal und familienfreundliche Maßnahmen (Teilzeit, Kinderbetreuung) für Ausbildungsärztinnen und –ärzte.

 


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