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Bundeskurie niedergelassene Ärzte begrüßt Anstellung Arzt bei Arzt

Jahrzehntelange Forderung für ÖÄK – weitgehend – erfüllt

„Dass ordinationsführende Ärzte nun endlich Kolleginnen und Kollegen anstellen können, hilft beiden Seiten und ist ein entscheidendes Element im Kampf gegen den strukturellen Ärztemangel", zeigte sich der Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Johannes Steinhart, erleichtert über den diesbezüglichen Parlamentsbeschluss – nicht ohne hinzuzufügen, dass die ÖÄK um diese Liberalisierung jahrzehntelang mit der Politik ringen musste.

„Weitgehend" erfüllt sieht auch der Leiter der Bundessektion Allgemeinmedizin und stv. Bundeskurienobmann, Edgar Wutscher, die Forderung der Ärzteschaft nach flexibleren Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Ein Wermutstropfen sei jedoch die Beschränkung auf maximal eine Vollzeit- bzw. zwei Teilzeitanstellungen. Wutscher: „Was sich die Politik von dieser Limitierung verspricht, erschließt sich mir nicht. Grundsätzlich ist aber natürlich auch die nun beschlossene Lösung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."

Mehr als früheren Generationen gehe es jungen Ärztinnen – und zunehmend auch Ärzten – um familienfreundliche Arbeitsbedingungen, so Steinhart und Wutscher. Mit der Anstellung Arzt-bei-Arzt eröffne sich eine zusätzliche attraktive Option, gerade auch für Frauen. Deren Anteil an der Gesamtärzteschaft betrage mittlerweile 47 Prozent, Tendenz steigend. Die meisten Ärztinnen seien im Spital tätig, wo sie mit 55 Prozent bereits die Mehrheit bilden. Der Anteil an weiblichen Ordinationsinhabern liege hingegen erst bei 37 Prozent.

Generell sei die Anstellung in einer Ordination der ideale Einstieg für Jungärztinnen und -ärzte, die nicht gleich den Sprung ins Unternehmertum wagen möchten. Auch im Bemühen um den Erhalt der Hausarztpraxen im ländlichen Bereich sei die Anstellungsmöglichkeit „ein wichtiger Baustein", sagte Wutscher. „Gerade in der Allgemeinmedizin wird es aber noch zusätzliche Maßnahmen brauchen, um den Beruf nachhaltig zu attraktivieren. Allen voran Anpassung der Honorare ans Facharztniveau, Modernisierung des Leistungskatalogs und Einführung des Facharzttitels", so der Leiter der Bundessektion Allgemeinmedizin.


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