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Selbstbehalte: Spitalsärzte fordern strukturierten Ambulanzzugang

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) nimmt die Anregung der Industriellenvereinigung, ein System zur strukturierten Steuerung der Patienten einzuführen, zum Anlass, auf Mängel im Gesundheitssystem hinzuweisen. Zur Entlastung der Spitalsambulanzen fordere die Kurie schon lange ein Ende der ungeregelten Patienten-Selbstzuweisung, betonte Kurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer am Mittwoch in einer Aussendung.

„Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass die überfüllten Ambulanzen aus der fehlenden Lenkung der Patienten resultieren. Patienten, die sich im solidarisch organisierten Gesundheitssystem bewegen, haben sich an Spielregeln zu halten. Die erste Anlaufstelle sollte immer der Vertrauensarzt sein, der dann je nach Krankheitsbild weiterüberweisen kann. Hält sich der Patient nicht an diesen vorgegebenen Weg, dann muss man sich Steuerungsinstrumente überlegen", sagte Mayer. Selbstbehalte seien eine vernünftige Möglichkeit, die Patienten zu lenken, sollten sie den vorgezeichneten Weg durchs Gesundheitssystem verlassen. Betreffen würden Selbstbehalte dann nur jene, die sich nicht an die Spielregeln hielten, ohne zusätzliche Belastung für intra- und extramuralen Bereich.

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte arbeitet gemeinsam mit der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte an Konzepten, die das System entlasten und effizienter gestalten sollen, zeigte der ÖÄK-Vizepräsident auf.

Es ist an der Zeit, auf die Expertise der Ärzteschaft bei Gesundheitsreformen zurückzugreifen.