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Größter jemals aufgetretener Ebola-Ausbruch in Westafrika wird zu einem internationalen Gesundheits-Notfall
 

Laut WHO seien bislang (Stichtag:12. August 2014) 1.848 Fälle und 1.013 Todesfälle in den Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea registriert worden. Mit einem von der WHO initiierten 100-Millionen Dollar Programm sollen Gegenmaßnahmen im Kampf gegen die Ebola-Seuche verstärkt werden. Unter anderem soll damit mehr medizinisches Personal eingesetzt werden können.

Risiko für Europa derzeit gering

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg hält das Ausbreitungsrisiko von Ebola in den europäischen Ländern für extrem gering. Auch Österreichs Gesundheitsminister Alois Stöger beruhigt in einer Aussendung, dass die österreichische Bevölkerung sich hinsichtlich des Ebola-Ausbruchs keine Sorgen machen müsse, da es keine direkten Flüge aus den betroffenen Ländern nach Österreich und kaum Tourismus in die betroffenen Gebiete gebe. Das Gesundheitsministerium stehe in stetem Kontakt mit den nationalen Gesundheitsbehörden, den relevanten Ministerien, der WHO und der Kommission.

In Österreich hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Infoline (Nummer:050 555 555) zum Thema Ebola eingerichtet.

Ebola: Übertragung – Symptome - Verlauf

Ebola ist eine seltene, schwere Krankheit, die vom Ebola Virus versursacht wird und oft tödlich verläuft. Ebola wird allerdings nicht wie beispielsweise bei der Influenza via Tröpfcheninfektion über die Luft verbreitet. Daher ist Erkrankungsrisiko in Österreich äußerst gering, weil der Virus nur über direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von Erkrankten  oder über den Kontakt mit lebenden oder toten wilden Tieren, wie Affen, Waldantilopen oder Fledermäusen beziehungsweise über Konsum von „Bush meat" übertragen werden kann. Ein Infektionsrisiko stellen auch sexuelle Kontakte mit Patienten bis zu sieben Wochen nach deren Genesung dar. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tage. Die ersten Symptome einer Infektion sind Fieber, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopf- und Halsschmerzen und danach Erbrechen, Durchfall, Leber- und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu inneren Blutungen sowie Multiorganversagen.

1976 wurde erstmals der Ausbruch des Ebola-Virus in der Republik Kongo und in der Republik Sudan registriert. Aus Mangel an Ressourcen ist die Impfstoff-Forschung nach wie vor in einer Art Warteschlange und es gibt derzeit noch keine zugelassene Impfung gegen Ebola und keine Therapie. Derzeit beraten Mediziner-Ethiker über den Einsatz eines experimentellen Ebola Serums Namens Zmapp, welches bislang nur an Tieren getestet wurde.

Reisewarnung unter www.bmeia.gv.at: Das Außenministerium rät dringend von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Ländern ab.

 

Weitere Informationen unter:

www.ages.at

www.bmg.gv.at

www.who.int

 

Quellen: Austria Presse Agentur, Bundesministerium für Gesundheit,  Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, World Health Organsization