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Gesundheitsrisiko Alkohol

Weltweit sterben jährlich 3,3 Millionen Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums. Viele sterben sehr jung, so kann ein Viertel aller Todesfälle der 20- bis 39-Jährigen dem Alkohol zugerechnet werden. (WHO) In den USA erliegen pro Jahr 79.000 Menschen den Folgen des Alkoholismus, dadurch entstehen dem Staat Kosten von 223.5 Mrd. Dollar. Fast neun Prozent aller Erwachsenen in den USA sind als alkoholkrank einzustufen. (New England Journal) Innerhalb der EU wird noch mehr und weltweit am meisten Alkohol getrunken. Jährlich trinkt der Europäer im Durchschnitt zehn Liter puren Alkohol. (OECD)

Österreich liegt noch über dem europäischen Mittel und weist nach Litauen und Estland den dritthöchsten Wert innerhalb der Europäischen Union auf. Statistisch gesehen, trinkt jeder Österreicher und jede Österreicherin 12,2 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Vor allem das sogenannte „Binge Drinking", bei dem möglichst viel innerhalb kurzer Zeit getrunken wird, befindet sich auf dem Vormarsch. Erst kürzlich warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurría: „Gefährliches Trinken nimmt zu."

Risikofaktor Stammtisch

Der Alkoholkonsum beeinflusst eine Gesellschaft auf viele verschiedene Arten, abhängig von der konsumierten Menge und dem Trinkverhalten. Da Alkohol ein gesellschaftlich akzeptiertes Suchtmittel ist, gibt es kaum Zugangsbarrieren. Derzeit sind bereits 340.000 Österreicher alkoholkrank. Rund ein Zehntel der gesamten österreichischen Bevölkerung wird im Laufe ihres Lebens alkoholkrank und weitere zwölf Prozent konsumieren längerfristig Alkohol in so erheblichen Mengen, dass ein massives Gesundheitsrisiko entsteht. Alkoholbedingte Erkrankungen betreffen nicht nur den Einzelnen, sie verursachen auch hohe Gesundheitskosten für die gesamte Gesellschaft.

In Europa können 7,6 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 4 Prozent bei den Frauen auf die Folgen des Alkoholkonsums zurückgeführt werden. (OECD) Starker Alkoholkonsum steht in kausalem Zusammenhang mit über 200 Krankheiten. (WHO) Er steigert das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten. Außerdem werden Leberzirrhose und bestimmte Krebsarten durch Alkoholmissbrauch begünstigt. Durch die berauschende und hemmungslösende Wirkung des Alkohols erhöht sich die Gefahr von Verletzungen, Unfällen und Gewalt. Alkoholismus verursacht neben physischen auch psychische Schäden. Die pränatale Exposition kann zu Geburtsdefekten und intellektuellen Einschränkungen führen.

Prävention und Beratung

Laut der OECD zeigten sich Prävention und Gesundheitsmaßnahmen für Alkoholkranke, Werbeeinschränkungen, strengere Gesetzesvorschriften gegen Alkohol im Straßenverkehr sowie Preissteigerungen als wirkungsvolle Maßnahmen im Kampf gegen den Alkoholkonsum. Besonders positiv wirken sich das Gespräch und die systematische Beratung und Risikoaufklärung durch einen Arzt aus.

 

Quelle: APA, WHO, The New England Journal of Medicine, OECD Health at a glance - Europe 2014

 

Weitere Informationen

WHO - Factsheet Alcohol, 1/2015: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs349/en/

The New England Journal of Medicine – Alcohol Use in Adults: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMcp1204714

OECD - Health at a glance Europe 2014: http://www.oecd.org/els/health-at-a-glance-europe-23056088.htm