Nichtraucherschutz in Österreich Nichtraucherschutz in Österreich

Die Österreichische Ärztekammer macht sich seit Jahren für sinnvollen Nichtraucherschutz und ein generelles Rauchverbot stark. Nachstehend finden Sie unter anderem Tipps und Tricks, wie man zum Nichtraucher wird sowie Links zu Online-Petitionen, zum Rauchertelefon und zu einem Infofolder für Patienten. Zusätzlich können Sie sich darüber informieren, welche Betriebe von der ÖÄK bereits für vorbildlichen Nichtraucherschutz ausgezeichnet wurden.

Unterstützungserklärung für ein Volksbegehren

Wollen Sie sich für den generellen Nichtraucherschutz in der österreichischen Gastronomie engagieren?
Dann unterzeichnen Sie jetzt unter www.nichtraucheninlokalen.at

Rauchertelefon

Für Fragen, Information und Beratung rund ums Thema Rauchstopp und Nichtrauchen steht Ihnen das "Rauchfrei Telefon" unter der Nummer 0800 810 013 zur Verfügung.

Tipps und Tricks für den Ausstieg

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Patientenfolder

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Raucherentwöhnungstherapie

Ärztinnen und Ärzte in Österreich mit Spezialausbildung in der Raucherentwöhnungstherapie

Initiative Ärzte gegen Raucherschäden

www.aerzteinitiative.at

Unternehmen mit ÖÄK-Zertifikat für Nichtraucherschutz

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Nichtraucherkampagne der EU

         

Auszeichnungen der ÖÄK für Nichtraucherlokale und -Organisationen Auszeichnungen der ÖÄK für Nichtraucherlokale und -Organisationen

Bester Nichtraucherschutz: Österreichische Ärztekammer zeichnete 25 Lokale aus

Großes Lob von ÖÄK-Präsident Dorner: „Nichtraucherschutz findet immer mehr Anhänger in der österreichischen Gastronomie"

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat heute im Rahmen eines Festakts ihre Auszeichnung für vorbildlichen Nichtraucherschutz an 18 österreichische Gastronomie-Betriebe verliehen. Sieben weitere Lokale, sowie ein Seminarbetreiber erhielten das ÖÄK-Gütesiegel in Abwesenheit. Die ausgezeichneten Gastronomen, unter ihnen Betreiber von Lokalen der Spitzengastronomie, traditioneller Kaffeehäuser, Bars und Tourismusbetrieben, propagieren in ihren Lokalen freiwillig und aus eigenem Antrieb ein generelles Rauchverbot. „Damit haben sie ihr herausragendes Engagement für die Gesundheitsvorsorge ihrer Gäste und MitarbeiterInnen bewiesen", hob ÖÄK-Präsident Walter Dorner anlässlich der Verleihung der ÖÄK-Nichtraucher-Auszeichnung hervor. Die Unternehmer hätten mit dem couragierten und beherzten Schritt für den Nichtraucherschutz persönlich und aktiv dazu beigetragen, die Folgekrankheiten, die durch Rauchen und Mitrauchen entstehen, zu reduzieren und damit den Gesundheits- und Wellness-Gedanken zu fördern. Die österreichische Ärzteschaft spreche ihnen besonderen Dank und ihre Anerkennung aus.

Aus medizinischer Sicht sei die Maßnahme eines generellen Rauchverbots in geschlossenen, von der Öffentlichkeit frequentierten Räumen „unschätzbar wichtig", betonte Dorner. Denn nicht nur das Rauchen, sondern auch das Passivrauchen sei massiv gesundheitsschädlich. Die gemessene Feinstaubbelastung in stark verrauchten Lokalen sei österreichischen Studien zufolge ähnlich wie in der Nähe mehrspuriger Schnellstraßen. Auch Lüftungsanlagen könnten keine Abhilfe schaffen, da die Feinstaubkonzentration auch trotz ihres Einsatzes immer noch vielfach höhere Werte erreiche als in der Außenluft. Leider würde die Gefahr des Passivrauchens in Österreich stark unterschätzt, bedauerte Dorner das mangelnde Problembewusstsein. Dorner: „Daher kann man es nicht hoch genug bewerten, wenn Unternehmer selbst einen generellen Nichtraucherschutz einführen und ihre Lokale zu komplett rauchfreien Zonen umwandelten. Ich bin begeistert!"

ÖÄK-Gütesiegel für breite Palette an Unternehmen

Die Palette der prämierten Unternehmen, die sich freiwillig und aus eigenem Antrieb zum generellen Nichtraucherschutz bzw. generellem Rauchverbot bekennen , ist breit und reicht vom Feinschmecker-Restaurant Ikarus im bekannten Hangar 7 am Salzburger Flughafen über das traditionelle Wiener Café Griensteidl bis hin zum steirischen Eislokal. Auch Tourismusbetriebe in Tirol und Vorarlberg erhielten die Auszeichnung sowie Bars und ein Imbiss-Lokal (siehe unten stehende Liste, Forts.).

Mitarbeiterschutz, besserer Geschmack, eigene Erfahrungen als Motiv

Die Motive der Gastronomen für die Einführung eines generellen Rauchverbots sind dabei durchaus unterschiedlich. Vor allem spielen der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Herstellung einer rauchfreien Umgebung für ungetrübte Geschmackserlebnisse, Platzvorgaben, aber auch persönliche Erfahrungen eine Rolle. Robert Hollmann, Inhaber des Restaurants Hollmann Salon im ersten Wiener Bezirk meint etwa zu seinen Motiven: "Wir wollen es unseren Mitarbeitern nicht zumuten, den ganzen Tag in einem verrauchen Lokal zu arbeiten." Im Wiener Restaurant Kulinarium 7 wiederum stand für Geschäftsführer Philipp Prodinger primär der ungetrübte Geschmack der Speisen und Getränke im Vordergrund. Prodinger: „Im Kulinarium 7 haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere Gäste, abgesehen von dem einzigartigen Ambiente, mit feinsten Aromen und Genüssen zu beeindrucken. Unserem Personal ist es zum Glück auch recht, dass in der Lokalität nicht geraucht wird, da das Arbeiten somit viel angenehmer und weniger belastend ist." Dabei freue er sich, „dass wir auch von den Rauchern ein positives Feedback bekommen und sie das Kulinarium 7 trotzdem gerne aufsuchen."

Gutes Einvernehmen mit Rauchern auch bei generellem Rauchverbot

Ähnliches berichtet auch Manuel Lechner, Manager des bekannten Restaurants Ikarus im Veranstaltungszentrum Hangar 7 am Salzburger Flughafen. Die Akzeptanz der Raucherinnen und Raucher sei generell sehr gut. Lechner: „Der rauchende Gast ist gar nicht so engstirnig, wie er oft hingestellt wird. Der Großteil, und ich meine wirklich 95 Prozent, ist sehr offen und akzeptiert diese Entscheidung bzw. hat sich schon vorher rücksichtsvoll verhalten."

Lechner managt auch die übrigen Hangar 7 Gastronomie-Betriebe. Aus seiner Sicht ist ein generelles Rauchverbot „längst überfällig". „Die Nachbarländer machen es uns vor, und wir sollten es auch in der Gastronomie verstehen, dass wir letztendlich nur gewinnen können", plädiert Lechner. „Die Raucher sträuben sich im Moment ein wenig. Das wird sich aber nach einer gewissen Zeit wieder legen. Sie werden trotzdem wieder in die Bars und Restaurants gehen." Lechner räumt ein, dass es in den Lokalen des Hangar 7 zwar zunächst einen kleinen Gäste-Einbruch gegeben habe, insbesondere an der Bar. „Wir dürfen aber im Nachhinein feststellen, dass sehr viele neue Gäste den Weg zu uns gefunden haben und viel länger verweilen, da das Wohlbefinden sichtlich besser geworden ist."

Auch Michael Weisshappel, Inhaber des Wiener Restaurants Weisshappel Stüberl und selbst bekennender Nichtraucher kann dies bestätigen. Trotz Kennzeichnung komme es noch gelegentlich zu abfälligen Bemerkungen von Gästen, die rauchen wollen, berichtet Weisshappel. „In Summe haben wir jedoch an Gästezahl und Umsatz gewonnen", so sein persönliches Fazit.

Rauchfreie Lokale auf Ärztekammer-Homepage zu finden

Die Österreichische Ärztekammer hatte zuletzt unter anderem auch die Coffeehouse-Kette Starbucks, die Fischrestaurants von NORDSEE, die Restaurants der Kette Wein  amp; Co., sowie die 241 Schutzhütten des Österreichischen Alpenvereins mit dem Gütesiegel der österreichischen Ärzteschaft für vorbildlichen Nichtraucherschutz ausgezeichnet. Das italienische Restaurant Regina Margherita in Wien war im vergangenen Jahr erster Preisträger der begehrten Gesundheitsvorsorge-Auszeichnung der österreichischen Ärzteschaft. Interessierte können die gesamte Liste der Lokale mit generellem Rauchverbot auf der Homepage der Österreichischen Ärztekammer unter www.aerztekammer.at abrufen.

Die Preisträger im Einzelnen

Folgende Lokale erhielten Freitag die Auszeichnung von ÖÄK-Präsident Dorner:

  • Café Griensteidl (1010 Wien)
  • Denkbar (Bar) (3950 Gmünd)
  • Eisoase Café Wagner (8222 Kaibing)
  • Fresh Soup  amp; Salad (Imbiss)(1010 Wien)
  • Hotelrestaurant Schwarzer Adler (6500 Landeck)
  • Hotelrestaurant Zimba (6780 Schruns)
  • Mayday Bar, Hangar 7 (5020 Salzburg)
  • Restaurant At Eight (Hotel The Ring, 1010 Wien)
  • Restaurant BOK Sushi (1040 Wien)
  • Restaurant Café Braunhofer (8971 Rohrmoos-Untertal)
  • Restaurant Café Bistro Traiteur (1190 Wien)
  • Restaurant Gaumenspiel (1070 Wien)
  • Restaurant Ginko (8010 Graz)
  • Restaurant Hollmann Salon (1010 Wien
  • Restaurant Ikarus, Hangar 7, (5020 Salzburg)
  • Restaurant La Voglia (1170 Wien)
  • Restaurant Kontrast, (4020 Linz)
  • Restaurant Kulinarium 7 (1070 Wien)
  • Restaurant Phil (1060 Wien)
  • Restaurant Santé (9800 Spittal/Drau)
  • Restaurant Unkai Sushi (Ana Grand Hotel, 1010 Wien)
  • Restaurant Vermala (6791 St. Gallenkirch)
  • Restaurant Weisshappel Stüberl (1010 Wien)
  • Schreiners Gastwirtschaft (1070 Wien)
  • 360 Bar, Hangar 7 (5020 Salzburg)
  • Seminarzentrum Zeitraum (5121 Ostermiething)

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat sich 2006 der WHO-Initiative zur Förderung des Nicht-Rauchens durch Gesundheitsberufe angeschlossen. Damit unterstützt die österreichische Ärzteschaft offiziell die globale Initiative der Weltgesundheitsorganisation, über die Ärzteschaft und Gesundheitsberufe das Nicht-Rauchen und den konsequenten Schutz der Nichtraucher zu fördern. Eine Petition der Österreichischen Ärztekammer für eine rauchfreie Gastronomie zusammen mit der Bürgerinitiative für ein generelles Rauchverbot hatte zuletzt rund 38 000 Unterschriften erbracht.