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Ärztekammer erfreut über Hausarzt-Förderpaket von Rendi-Wagner

ÖÄK-Präsident Szekeres: Ernst der Lage erkannt, aber konkrete Schritte müssen folgen


Erfreut zeigten sich der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Thomas Szekeres, und der Obmann der ÖÄK-Bundessektion Allgemeinmedizin, Edgar Wutscher, über die gestern von Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner angekündigten Maßnahmen zur Förderung des Hausarztberufs. Man gehe davon aus, dass die Ministerin den Ernst der Lage erkannt habe und erwarte nun konkrete Schritte noch in diesem Herbst.

„Es ist gut, dass man im Gesundheitsministerium jetzt zahlreiche langjährige Forderungen der Ärzteschaft aufgreift. Ob dies ernst gemeint ist oder ob es sich nur um beruhigende Worte vor der Wahl handelt, werden wir noch diesen Herbst sehen", sagte Wutscher.

Die Österreichische Ärztekammer habe bereits einige Verbesserungen für die Allgemeinmedizin durchsetzen können, in vielen Punkten gebe es aber noch dringenden Handlungsbedarf.

So habe man die Arbeitsbedingungen von Hausärzten mit Gruppen- und Übergabepraxen sowie Jobsharing teilweise verbessern können. Unhaltbar sei aber die nach wie vor fehlende Anstellungsmöglichkeit Arzt-bei-Arzt.

Auch die Bürokratiereform im Kassenbereich sei weiterhin ausständig, kritisierte der Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin, Edgar Wutscher: „Auch als Kassenarzt muss ich Zeit haben für den Patienten, der jetzt vor mir sitzt. Ich muss mich auf die medizinische Versorgung konzentrieren können." Ob ELGA, e-Medikation oder gar das elektronische Bewilligungsservice für weniger Bürokratie und Zeitverschwendung sorgen würden, wie von der Ministerin angeführt, sei allerdings stark zu bezweifeln.

Klar sei, so ÖÄK-Präsident Szekeres, dass die Honorare der Hausärzte jedenfalls auf das Niveau von Facharzt-Honoraren anzuheben seien. „Hier geht es um Leistungsgerechtigkeit und Fairness. Dazu gehört auch die professionelle Gleichstellung durch die Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin, was der Gesellschaft noch nicht einmal Kosten verursachen würde."

Mehr Praxisnähe schon im Studium und in der Ärzteausbildung scheinen wichtige Punkte in dem von Gesundheitsministerin Rendi-Wagner angekündigten Maßnahmenpaket zu sein. Auch hier stünden die Türen der Ärztekammer weit offen, betonten Szekeres und Wutscher. Vordringlich sei allerdings, dass die Politik endlich die öffentliche Finanzierung der Lehrpraxis garantiere. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber eine vernünftige Maßnahme per Gesetz festlege, sich dann aber aus der Verantwortung stehle, wenn es um die konkrete Umsetzung gehe.