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Arzt aus Leidenschaft - immer in Ihrer Nähe

Niedergelassene ÄrztInnen starten Imagekampagne

„Arzt aus Leidenschaft – immer in Ihrer Nähe“, unter diesem Titel starten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Österreichs ab 1. Juni eine bundesweite Imagekampagne. Die Kampagne arbeitet mit Straßenplakaten, Hörfunkspots und Postern in den Wartezimmern. Sie soll auf den hohen Stellenwert aufmerksam machen, die die verlässliche medizinische Versorgung durch niedergelassene Hausärzte und Fachärzte bei den Patienten genießt.

Rund 342 000 Menschen suchen täglich die knapp 16 000 österreichischen Ordinationen mit den verschiedensten medizinischen Problemen auf. Über 3,5 Millionen Hausbesuche werden durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte jährlich vorgenommen. Die Qualität der medizinischen Leistungen der niedergelassenen Ärzte wird von 81 Prozent der Bevölkerung als „sehr gut“ bzw. „gut“ beurteilt (1). Die kurzen Wartezeiten für Akuttermine können sich im internationalen Vergleich sehen lassen.

„Leider sind die niedergelassenen Ärzte zuletzt gern in die Rolle der Kostenverursacher gedrängt worden. Unsere Leistung und Einsatzbereitschaft wurden dabei in den Hintergrund gedrängt. Deshalb wollen wir darauf aufmerksam machen, was wir tatsächlich täglich leisten und dass sich unsere Patienten zu Recht auf uns verlassen können“, erklärt der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Günther Wawrowsky, die Beweggründe für die Kampagne.

Als medizinische Nahversorger unverzichtbar

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte seien als medizinische Nahversorger unverzichtbar, betont Wawrowsky: „Gäbe es sie nicht, hätte das wohnortnahe medizinische Sicherheitsnetz der Patienten einen Riss. Auch die immer früheren Spitalsentlassungen wären ohne das Auffangbecken der Ordinationen nicht möglich. Österreich gehört in der EU zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung. Dazu tragen wir maßgeblich bei.“

Gerade auf dem Land ist die Bevölkerung in besonderem Maß auf die niedergelassenen Ärzte angewiesen. Sie sind die ersten Ansprechpartner der Bevölkerung, wenn es um die Gesundheit geht und ein wesentliches Stück Infrastruktur der an sonstiger Infrastruktur oft nicht reichen ländlichen Gemeinden. Niedergelassene Landärzte kennen die Patienten und ihre Familien persönlich, bieten ein vertrauensvolles Umfeld für Gespräche über medizinische Probleme und sind da, wenn sie gebraucht werden. Meist genügt ein Anruf. Für die ältere Bevölkerung erfüllen sie darüber hinaus eine wichtige sozialmedizinische Funktion, indem sie Hilfsdienste koordinieren und in regelmäßigen Abständen Krankenbesuche zu Hause abstatten.

Mit über 3,5 Millionen Hausbesuchen pro Jahr sorgen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte dafür, dass Patienten ärztlichen Service auch direkt zu Hause am Krankenbett oder im Pflegeheim erhalten. Wawrowsky: „Darüber hinaus ist das Netz an Bereitschafts- und Nachtdiensten in jüngster Zeit noch dichter geknüpft worden – trotz der latenten Finanzkrise im Gesundheitssystem wurde dieser Bereich ausgebaut.“ Ein weiteres Atout ist die medikamentöse Grundversorgung am Land durch Hausapotheken-führende Landärzte. Sie können alle Medikamente, die die Patienten benötigen, bereit halten. Gerade in schwach besiedelten und entlegenen Gemeinden ist dies ein wesentlicher Vorteil für die Bevölkerung.

Dichtes Sicherheitsnetz durch wohnortnahe Ordinationen

Mit einer guten Dichte an niedergelassenen Fachärzten und Hausärzten ist Österreich in der glücklichen Lage, seinen Bewohnern eine sehr gut erreichbare hausärztliche und fachärztliche Hilfe im unmittelbaren Lebensumfeld zu bieten. Die Zahl der Kassenvertragsärzte ist seit Jahren in etwa konstant und liegt statistisch bei rd. einem Allgemeinmediziner und rd. einem Facharzt auf 1 000 Einwohner. Wahlärzte ergänzen das Bild, sodass von einer international guten Ärztedichte im niedergelassenen Bereich gesprochen werden kann.

Patient wählt eigenen Arzt seines Vertrauens

Im Gegensatz zu anderen europäischen Systemen können Patienten in Österreich ihren persönlichen Vertrauensarzt vor Ort frei auswählen. Damit einher geht eine hohe Kontinuität der Versorgung: Rd. 93 Prozent der Bevölkerung haben einen Hausarzt. 80 Prozent der Patienten haben ihren Hausarzt sogar fünf Jahre und länger (2). Hohe Vertrauenswerte bestätigen das gute Arzt-Patienten-Verhältnis. Im letzten Berufsgruppen-Ranking der Zeitschrift „Readers Digest“ sprachen 92 Prozent der Österreicher der Ärzteschaft das Vertrauen aus.

„Ein Patient ist bei uns niedergelassenen Ärzten keine Nummer oder kein Durchlaufposten. Für den Patienten sind wir persönliche Gesprächspartner, die man sich selbst ausgesucht hat. Wir begleiten unsere Patienten über mehrere Jahre ihres Lebens, oft das ganze Leben lang und sind mit ihren Lebensverhältnissen ziemlich vertraut. Damit können wir sehr ganzheitlich an Probleme herangehen und manche Krankheit schon an der Wurzel verhüten“, spricht Wawrowsky auch die wichtige Rolle der Ärzte bei der Vorsorge an.

Im European Consumer Health Index hält Österreich Platz 3 im Ranking der konsumentenfreundlichsten Gesundheitssysteme Europas. Der Index attestiert Österreich kurze Wartezeiten auf medizinische Leistungen, sehr gute medizinische Ergebnisse, eine ausgezeichnete Erreichbarkeit medizinischer Leistungen und Platz 1 bei der Langzeitüberlebensrate bei Krebs.

Niedergelassener Bereich hilft bei Kostendämpfung

Seit vielen Jahren liegen die Ausgabensteigerungen der Kassen für die Vertragsärzte konstant unter den Einnahmesteigerungen. Die niedergelassenen Ärzte gehören damit keinesfalls zu den Kostentreibern, sondern tragen zur Kostendämpfung bei, wie Wawrowsky betont. Hätten sich etwa in den vergangenen sieben Jahren die Arztentgelte genauso entwickelt wie die Beitragseinnahmen, wäre das Honorarvolumen um zwei Milliarden Euro höher gewesen.

„Stattdessen haben wir den Kassen in den vergangenen Jahren durch moderate Abschlüsse – zuletzt unter der Inflationsrate – unter die Arme gegriffen“, so der Bundeskurienobmann und ÖÄK-Vize. „Diese maßvollen Honorarabschlüsse zeigen die Bereitschaft der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, den Kassen bei der Lösung ihrer Finanzprobleme zu helfen.“

Durch die jüngsten Vertragsabschlüsse zwischen Krankenkassen und Ärztekammern und die gültigen Verträge für die bundesweiten Kassen kann für den Zeitraum 2009 bis 2011 ein Kostendämpfungspotenzial von 56 bis 60 Millionen Euro realisiert werden. Diese Summe wird erreicht, obwohl einige Gesamtverträge erst zu Verhandlungen anstehen. Dazu kommt ein Dämpfungsvolumen von weiteren rd. vier Millionen durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung, die ausschließlich den Kassen zugute kommt, und 4,5 Millionen Euro aus den von den ärztlichen Hausapothekern gewährten Kassenrabatten.

Neue Kooperationsformen gefordert

Besorgt zeigt sich Wawrowsky hinsichtlich der Weiterentwicklung des niedergelassenen Bereichs. Die Finanzierungskrise der Kasse überlagere seit einigen Jahren jeden Ansatz, über eine sinnvolle und notwendige Entwicklung des niedergelassenen Bereichs zu sprechen. Der Ausbau wohnortnaher ärztlicher Strukturen müsse aber angegangen werden, da sich der Anteil der älteren Bevölkerung ab 65 bis 2050 fast verdopple und die Morbidität der Menschen tendenziell ansteige.

Wawrowsky: „Das geht bei den Jugendlichen los: Jeder fünfte Schüler ist übergewichtig, acht Prozent adipös, knapp jeder und jede dritte Jugendliche raucht – dies wird den Anteil späterer Herz-Kreislauf- und Diabetespatienten nicht senken.“ Bei den Erwachsenen sehe es nicht besser aus. „Hier haben wir etwa EU-weit den höchsten Anteil chronischer Erkrankungen des Bewegungsapparats. Insgesamt ist die Rate der wegen chronischer Probleme behandelten Patienten in Österreich von 2003 bis 2006 um fünf Prozent auf 19 Prozent gewachsen, das ist der stärkste Anstieg in der EU“, zitiert Wawrowsky das Eurobarometer 2007.

Angesichts dieser kommenden Probleme – ältere, tendenziell immobile Bevölkerung, starke Zunahme chronischer und Lifestyle-Erkrankungen - benötigten die niedergelassenen Ärzte neue Kooperationsmöglichkeiten. „Das Ärztegesetz sollte möglichst bald so geändert werden, dass es flexible Zusammenarbeitsformen neben der Einzelkämpfer-Ordination zulässt. Ärztekooperationen, die Ärzte-GmbH, Jobsharing, Anpassungen bei der Gruppenpraxis und erweiterte Vertretungsmöglichkeiten – damit könnten wir uns flexibel auf den wachsenden Bedarf einstellen. Auch was Volkskrankheiten wie etwa Diabetes, Demenz, Depression, Muskel- und Skeletterkrankungen angeht“, so Wawrowsky.

Wawrowsky verweist in diesem Zusammenhang auf die starke Zunahme des Frauenanteils der niedergelassenen Ärzteschaft. Derzeit sei jede zweite Stelle in der Allgemeinmedizin und jede dritte Facharztstelle mit einer Frau besetzt. Der Anteil der Turnusärztinnen liege bei etwas über 60 Prozent. „Damit ist der künftige Ärztemarkt mehrheitlich in weiblicher Hand. Gerade Frauen legen aber Wert auf eine gute Work-Life-Balance. Darauf sollte sich das Gesundheitssystem durch die Möglichkeiten flexiblerer Arbeitsgestaltung des niedergelassenen Arztbereichs einstellen,“ endet Wawrowsky.

Fußnoten:

(1) Studie: „Die ärztliche Versorgung im niedergelassenen Bereich aus dem Blickwinkel der PatientInnen“, Nutzerbefragung des Hauptverbands 2008 (Dr. Timo Fischer)

(2) Ebd.

Die drei Säulen der Kampagne:

Ab Anfang Juni 2009 werden an rund 1 100 öffentliche Stellen Straßenplakate mit den dieser Pressemappe beiliegenden Sujets platziert. Die Plakate haben insgesamt eine Reichweite von 76 Prozent und erzielen ca. 19 Mio. Kontakte in der Zielgruppe 18 Jahre und älter.

Ebenfalls in den ersten beiden Juni-Wochen werden über 4 Radiosender - Ö3, FM4, RMS und Krone Hit - 2 Hörfunk-Spots insgesamt 147 Mal ausgestrahlt.

Die Hörfunkspots und die Straßenplakate haben zusammen eine Reichweite von über 90 Prozent. Das heißt: Jeder Bürger oder jede Bürgerin kommt mit den Botschaften unserer Werbung öfter in Kontakt.

Gleichzeitig hängen in den Ordinationen der niedergelassenen Ärzte Wartezimmerplakate, deren Sujets auf jene der Straßenplakate abgestimmt ist.

HF-Spots

Texte:

Spot 1:

Atmo: Herzschlag

Beispiel:

Wussten Sie, dass Österreichs niedergelassene Ärzte täglich 342 000 Patienten betreuen?

Off:

Unsere Ärzte sind Ärzte aus Leidenschaft. Für sie ist der Beruf eine Berufung.

Darauf können wir stolz sein.

Unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Spot 2:

Atmo: Fußballstadion

Mann ruft:

Entschuldigung, ist hier irgendwo ein Arzt?

Off:

Ein Arzt aus Leidenschaft ist immer in Ihrer Nähe.

Darauf können wir stolz sein.

Unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Atmo: Torjubel

Niedergelassene Ärzte – einige Details:

Qualität: In einer Umfrage des Hauptverbandes aus dem Jahr 2008 (Stichprobe: 4000) gaben 81 Prozent der Befragten an, die Qualität ihrer Hausärzte und Fachärzte sei „sehr gut“ bzw. „gut“. Dies korrespondiert mit internationalen Umfragedaten. In der Eurobarometer-Studie der EU 2007 gaben 93 Prozent der befragten Österreicher an, die Qualität ihrer Hausärzte sei sehr gut bzw. gut, in dieser Studie erreichte Österreich hinsichtlich der Qualität der Hausärzte Platz Drei unter 30 verglichenen Nationen – gleichauf mit Frankreich, den österreichischen Fachärzten erteilten hier 87 Prozent der Befragten die Note sehr gut bzw. gut! Österreich ist das erste europäische Land mit einer Qualitätsevaluation sämtlicher Ordinationen anhand bestimmter Kriterien.

Wartezeiten: Ein stichprobenartiger Check des VKI bescheinigte Anfang 2008 nur kurze Wartezeiten bei den niedergelassenen Ärzten für Akuttermine. Danach erhielt mehr als die Hälfte der Testpersonen mit akuten Symptomen beim niedergelassenen Arzt einen Termin noch am gleichen Tag. Insgesamt erhielten 79 Prozent der Testpersonen einen Akuttermin innerhalb von zwei Tagen. Im European Health Consumer Index 2008 erreichten Österreichs Ärzte Platz Eins bei den Wartezeiten unter 29 verglichenen Nationen (England: Platz 17). Auch der Hauptverband stellte bei seiner Umfrage unter 4 000 Personen 2008 fest: „Grundsätzlich zeichnet die Befragung ein sehr positives Bild im Hinblick auf Wartezeiten.“ Dieser Studie zufolge sind im Übrigen auch die durchschnittlichen Wartezeiten in Wartezimmern verhältnismäßig moderat – beim Hausarzt wartet man durchschnittlich 34 Minuten bis man dran kommt, beim Facharzt durchschnittlich 28 Minuten.

Ordination als Beschäftigungsmarkt für Frauen: Die österreichischen Ordinationen sind wichtige Arbeitgeber - vor allem für Frauen. Rund 30 000 Beschäftigte sind in Ordinationen tätig – darunter die meisten weiblichen Geschlechts. Jede zweite Stelle in der Allgemeinmedizin und jede dritte Stelle in den Fachdisziplinen ist bereits mit einer Frau besetzt. Dieser Anteil wird sich in naher Zukunft noch erhöhen: Denn in der aktuellen Arzt-Ausbildung überwiegen derzeit mit 60,2 Prozent die Frauen.

Kompetenz: Das Medizinstudium ist eines der aufwändigsten Studien: Das durchschnittliche Promotionsalter liegt bei 27 Jahren. Dazu kommt eine dreijährige Ausbildung, bis man fertiger Allgemeinmediziner ist und eine durchschnittlich neunjährige Ausbildung, bis man Facharzt ist – nicht eingerechnet der Wartezeiten auf einen der begehrten Turnusplätze. Viele Ärztinnen und Ärzte bilden sich auch freiwillig fort. Insgesamt verfügen z.B. mittlerweile rund 13 300 Ärzte über ein zusätzliches ÖÄK-Diplom. Aufgrund ihrer guten Ausbildung sind österreichische Ärzte gefragte „Exportschlager“ ins europäische Ausland. Allein in Deutschland arbeiten derzeit rd. 1 600 österreichische Ärztinnen und Ärzte.

Anhänge:


ÖÄK, 2009-05-28

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