Empfehlungen des ÖÄK-Corona-Boards

In unregelmäßigen Abständen ist im Verlauf der COVID-Pandemie ein Board von Experten, darunter Obleute von ÖÄK-Bundesfachgruppen, ÖÄK-Funktionäre und externe Fachleute unter der Leitung von ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres zusammengetreten, um die aktuellen Auswirkungen der Pandemie zu evaluieren und daraus Empfehlungen abzuleiten. Folgende Empfehlungen wurden dabei definiert:

Impfungen

Es ist jederzeit dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Impfstoff mit zeitnahem Lieferdatum zur Verfügung steht – auch für Auffrischungsimpfungen für etwaige resistente Virenstämme. Zudem braucht es vermehrte Impfinformationen und Medieninformation zur Motivation von Menschen, die nicht von der COVID-Schutzimpfung überzeugt sind und zögern, sich impfen zu lassen

Therapieoptionen

Vorhandene evidenzbasierte kausale und symptomatische Therapieoptionen zur Prävention und oder Vermeidung schwerer Krankheit sind verfügbar zu machen. Dazu zählen Antikörper, Remdesivir etc. Es bedarf einer gezielten, idealerweise europaweiten Unterstützung für die rasche Entwicklung von Medikamenten, eventuell gekoppelt an Lieferverträge im Erfolgsfall. Weiters sollte versucht werden, die Therapieoption durch Plasmaspenden von Genesenen zu verbessern.

Datenmanagement

Daten der Sozialversicherung (Medikationsdaten), des E-Impfpasses und der ELGA sind für wissenschaftliche Zwecke in anonymisierter Form verfügbar zu machen. Zudem ist es dringend notwendig, dass die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt (Hausärztinnen und Hausärzte etc.) Informationen über mit COVID infizierte Menschen erhalten. Die Verläufe der Krankheit müssen erfasst und die Zusammenhänge mit Therapie bzw. Prämedikation müssen wissenschaftlich ausgewertet werden. Dadurch sollen die Behandlung verbessert werden, die ideale Therapieoption gefunden werden und eventuell Medikamente identifiziert werden, die präventiv oder kurativ wirksam sind. Hilfreich wären möglichst international gespeiste Datenbanken, die zB durch die EU beworben werden könnten, um rasch viel Information verarbeiten zu können.

Zudem wäre ein österreichweites Intensivregister im Ministerium sehr hilfreich, damit schnell bezüglich Kapazitäten und Therapie reagiert werden kann.

Long Covid

Es bedarf einer Förderung der wissenschaftlichen Untersuchung der chronischen Form der Erkrankung. Für Patientinnen und Patienten müssen Anlaufstellen geschaffen werden. Zudem ist die Etablierung eines Universitätsnetzwerkes, das sich mit Erforschung der Ursachen und möglichen Therapien beschäftigt, erforderlich.