angle-left ÖÄK-Szekeres: Krankenkassen sind keine Sparvereine

Dass die Kassen im vergangenen Jahr Gewinne angehäuft haben, obwohl Investitionen in die Versorgung dringend nötig sind, sei nicht nachvollziehbar, so der Präsident der Österreichischen Ärztekammer.

Mit Verwunderung reagiert Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, auf die Prognose des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, wonach 2018 ein Überschuss von 111 Millionen Euro ausgewiesen wird. „Krankenkassen sind nicht dazu da, Versicherungsgelder zu horten und noch höhere Rücklagen zu bilden, sondern sollen sicherstellen, dass allen Patientinnen und Patienten der Zugang zu Spitzenmedizin offen steht“, so Szekeres.
 
Gerade in Zeiten des Ärztemangels und anderer drängender Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung fehle es an allen Ecken und Enden an Investitionen. „Das beginnt bei der Entlastung unserer überfüllten Ambulanzen und des ausbildenden Personals, geht weiter über die dringend nötige Attraktivierung der Kassenstellen für Allgemeinmedizin bis hin zu Ausgaben für Prävention – überall gäbe es sinnvollere Anwendungen für diese Geldmittel als weiter Rücklagen anzuhäufen“, sagt der ÖÄK-Präsident.
 
Daran könne auch der Hinweis auf ein zu erwartendes Krankenkassen-Bilanzdefizit für 2019 nichts ändern. Schon in den vergangenen Jahren hätten die Kassen zwischenzeitlich ein Minus prognostiziert – unter dem Strich stand dann dennoch jeweils ein teils deutliches Plus, erinnert Szekeres.