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Österreichische Ärztekammer: Doskozils Pläne bedeuten Gefährdung der Bevölkerung

„Der neue SPÖ-Vorsitzende befindet sich mit seinen planwirtschaftlichen Ideen für die Gesundheitspolitik auf einem völlig falschen Kurs“, sagt ÖÄK-Vizepräsident Harald Schlögel.

„Während sich in letzter Zeit endlich ein politischer Konsens abzeichnete, dass nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen die Probleme im Gesundheitsbereich lösen kann, brettert der neue SPÖ-Vorsitzende in Richtung Planwirtschaft“, übt Harald Schlögel, geschäftsführender Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, scharfe Kritik an den Aussagen von Hans-Peter Doskozil im Rahmen des SPÖ-Sonderparteitages. Die gesundheitspolitischen Pläne des neu gewählten SPÖ-Vorsitzenden erzeugen bei Schlögel Besorgnis um die Zukunft Österreichs: „Wenn wir den freien Arztberuf in Österreich mit verpflichtenden Diensten noch weniger attraktiv machen und gleichzeitig die Studienplatzbeschränkung aufheben, wird sich das Ausland freuen, wenn sie noch mehr bestens ausgebildete Ärztinnen und Ärzte aus Österreich frei Haus geliefert bekommen“, sagt Schlögel. Es sei denn, Doskozil plane zusätzlich, den Ärztinnen und Ärzten auch gleich die Reisepässe abzunehmen, um sie zum Bleiben in Österreich zu zwingen. „Das würde in diese Denkweise passen“, so Schlögel.

Mit Druck und Zwang werde sich die Versorgung der Versicherten sicher nicht verbessern lassen – im Gegenteil. „Doskozils Pläne würden noch mehr Ärztinnen und Ärzte in den Privatarzt-Bereich drängen und die Zwei-Klassen-Medizin würde zementiert werden – man muss also die Bevölkerung vor diesen Überlegungen warnen, das wäre eine ganz gefährliche Entwicklung“, warnt Schlögel. Kein Studienabgänger in Österreich müsse sich zudem für seine freie Studienwahl rechtfertigen und sich zwangsverpflichten lassen, erinnert er. Zudem würden Ärztinnen und Ärzte bereits jetzt einen großen Dienst für die Allgemeinheit leisten, und zwar durch die Turnus-Tätigkeit im Rahmen der Ausbildung.

„Der Weg in die Zukunft kann nur sein, dass wir verstehen, in welch hartem internationalen Wettkampf wir uns befinden, wenn es um ärztlichen Nachwuchs geht“, unterstreicht der geschäftsführende ÖÄK-Vizepräsident. Schon jetzt verliere man jedes Jahr 30 Prozent der Absolventen: „Wir müssen diesen Wettkampf annehmen und den Jungen attraktive Angebote machen, dann werden wir die öffentliche und solidarische Gesundheitsversorgung wieder stark machen können.“ Es sei auch nicht nötig, sich das öffentlich auszurichten – „unsere Hand ist ausgestreckt, wir sind gesprächsbereit und wir bringen uns sehr gerne ein, damit wir gemeinsam an einem zuverlässigen und zukunftssicheren Gesundheitssystem arbeiten können – das sind wir alle den Österreicherinnen und Österreichern schuldig“, appellierte Schlögel abschließend an alle Verantwortlichen im Gesundheitssystem.



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