null ÖÄK zu ELGA: Ärzte sind keine Versuchskaninchen

ELGA muss neu konzipiert werden, damit nicht weiter mit sensiblen Patientendaten experimentiert wird, kritisiert die Österreichische Ärztekammer.

„Es geht nicht, dass man derart unvorbereitet ein so großes Projekt beginnt, ohne es vorab genügend zu testen“, reagieren die ÖÄK-Vizepräsidenten Harald Mayer und Johannes Steinhart, Kurienobmänner der angestellten und niedergelassenen Ärzte, mit Unverständnis auf eine jüngst getätigte Aussage von Volker Schörghofer, dem für ELGA zuständigen Generaldirektorstellvertreter im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Gegenüber der Presse hatte er gemeint, dass die jüngsten Ausfälle nicht zu verhindern gewesen wären, weil es „Massentests“ benötige, um mögliche Schwierigkeiten zu erkennen. Zu den massiven Problemen sei es gekommen, weil viele Ärztinnen und Ärzte zeitgleich auf ELGA zugegriffen hätten. „Wie soll dann ELGA in großem Maßstab funktionieren, wenn es wirklich flächendeckend von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und allen Spitalsträgern genutzt wird?“, kritisiert Mayer. Ein derart großes Projekt wie ELGA müsse schon vor Inbetriebnahme technisch ausgereift sein: „Ärztinnen und Ärzte sind keine Versuchskaninchen!“.

Nicht mit Patientendaten experimentieren

Es sei genau das eingetroffen, wovor die Ärztekammer immer gewarnt habe, ergänzt Steinhart: „ELGA war von Anfang an nicht ausgereift, die Ausfälle verärgern Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen und Patienten gleichermaßen und führen zu unnötigen Wartezeiten in den Praxen“, kritisiert er. „Es kann nicht sein, dass mit sensiblen Patientendaten experimentiert wird. ELGA muss neu konzipiert werden“, fordert Steinhart.