null ÖÄK: Schluss mit Gewalt im Spital

Die Österreichische Ärztekammer fordert einmal mehr effektive Sicherheitskonzepte, um die Gewalt in den Spitälern einzudämmen.

„Gewalt in Spitälern ist ein aktuelles und ernstes Thema und es ist hoch an der Zeit, Sicherheitskonzepte zügig in allen Spitälern umzusetzen“, fordert Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann angestellte Ärzte. Die jüngsten Ereignisse seien schockierend und besorgniserregend: Im tschechischen Ostrava wurden in einem Warteraum der Universitätsklinik sechs Menschen getötet, Mitte November Fritz von Weizsäcker, Chefarzt der Berliner Schlosspark-Klinik und Sohn des früheren Bundespräsidenten, bei einem Vortrag in einer Berliner Klinik erstochen. „Glücklicherweise sind derart dramatische Vorfälle mit Todesfolge in Österreichs Spitälern bislang noch nicht vorgefallen, wir sollten aber nicht warten, bis die Gewalt noch schlimmere Ausmaße annimmt“, warnt Mayer und erinnert daran, dass der Schutz der Ärzteschaft und anderer Gesundheitsberufe eine wesentliche Forderung der Österreichischen Ärztekammer an die zukünftige Bundesregierung ist.

Auch die von der ÖÄK in Auftrag gegebene, österreichweite Spitalsärztebefragung hat bestätigt, dass Spitäler mit viel Gewalt konfrontiert sind: 71 Prozent der Studienteilnehmer haben verbale Gewalt und 25 Prozent physische Gewalt im Spital erlebt. Besonders alarmierend: Sechs Prozent wurden bereits mit einer Waffe bedroht, in Wien liegt der Anteil sogar bei neun Prozent. Mayers dringender Appell: „Spitäler müssen ein sicheres Umfeld für alle, für Spitalsmitarbeiter und für Patienten, schaffen. Man kann Ämter und Behörden durch Sicherheitschecks schützen, wieso nicht auch Spitäler? Wir benötigen einen entsprechenden Personenschutz für alle Spitalsmitarbeiter, zur Not auch mit Sicherheitsschleusen.“