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ÖÄK-Wutscher: Absurde Situation bei Grippe-Impfstoffen

Es sei irritierend, dass der Gesundheitsminister angesichts des Impfstoffmangels innerhalb des bundesweiten Impfprogramms nur auf die privat verfügbaren Impfstoffe verweist.

Es sei ja grundsätzlich zu begrüßen, dass nun erstmals österreichweit die Influenza-Impfung mit einem geringen Selbstbehalt in den Ordinationen verfügbar sei, betont Edgar Wutscher, Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte der Österreichischen Ärztekammer: „Impfungen sind eine wichtige Maßnahme der Vorsorgemedizin und gerade die Influenza-Impfung ist eine sinnvolle, deren Durchimpfungsrate durch den niederschwelligen Zugang erhöht werden sollte“, betont Wutscher.  Aber dass nur eine Million Impfdosen bestellt worden seien, räche sich nun: „Wir Ärztinnen und Ärzte dürfen also jetzt die impfwilligen Patienten darauf hinweisen, dass sie den Impfstoff privat in der Apotheke kaufen müssen, weil der Bund zu wenig Impfstoffe für das Impfprogramm bestellt hat“, sagt er.

Soziale Ungleichbehandlung

Dass der Gesundheitsminister angesichts der unbefriedigenden Situation für Ärzte und Patienten nun lapidar darauf verweise, dass ja jeder den privat zu zahlenden Grippe-Impfstoff abseits der Impfaktion in der Apotheke bekäme, sei eine irritierende Aussage: „Von einem Gesundheitsminister, der ja auch Sozialminister ist, hätte ich mir erwartet, dass er eine Lösung für diese groteske Situation findet, anstatt einfach nur auf die privat verfügbaren Impfstoffe zu verweisen“, zeigt sich Wutscher irritiert: „Der eine Patient hat vor ein paar Wochen die Influenza-Impfung um sieben Euro Selbstbehalt beim Arzt erhalten, der andere muss den Impfstoff privat in der Apotheke besorgen und ein vielfaches vom Selbstbehalt zahlen – diese soziale Ungleichbehandlung, für die ausgerechnet der Sozialminister verantwortlich ist, ist sowohl für die Patienten, als auch für die Ärzteschaft, mehr als unbefriedigend und extrem frustrierend“, sagt Wutscher. Das sei umso irritierender, als dass der Gesundheitsminister sich immer als „Anwalt der Patienten“ bezeichne: „Uns als Ärztinnen und Ärzte bleibt also nur, die Situation dem Patienten zu erklären, bevor wieder die Ärzteschaft für etwas verantwortlich gemacht wird, wofür sie aber nichts kann.“