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null Keine Impfmythen thematisieren

Wie sollen Impfexperten mit impfskeptischen Patientinnen und Patienten umgehen? Kommunikationsstrategien sollen helfen, die Durchimpfungsraten wieder zu erhöhen.

Aufgrund der schlechten Durchimpfungsraten wird das Verzögern und Vermeiden von Impfungen in der Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angeführt - neben beispielweise Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung. „Bei Masern etwa benötigen wir eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent, um sicherzustellen, dass auch Menschen geschützt sind, die keine oder noch keine Impfungen erhalten können“, sagt Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer. Die ÖÄK fordert seit längerem eine Impfpflicht für alle im Gratisimpfkonzept verankerten Impfungen, wie sie bereits in anderen EU-Ländern umgesetzt ist.

Ärztinnen und Ärzte sind Impfexperten

Wie am Österreichischen Impftag zu hören war, befürwortet der Oberste Sanitätsrat einstimmig einen verpflichtenden Nachweis vor Aufnahme einer Beschäftigung in Spitälern bzw. im Gesundheitswesen sowie ein verpflichtendes ärztliches Impfgespräch für Eltern, die ihre Kinder etwa vor Schulbesuch nicht impfen lassen wollen – dies sei allerdings auch entsprechend zu honorieren, so Schmitzberger. „Gerade in Gesundheitsberufen tätige Personen sollten im Sinne der Vorbildwirkung einen aufrechten Impfstatus vorweisen“, ergänzt er. Im Rahmen seines Vortrages zum Thema Impfkommunikation wies er auch auf den genauen Sprachgebrauch hin: Er riet dazu, sich von Impfskeptikern nicht als „Impfbefürworter“ bezeichnen zu lassen: „Wir Ärztinnen und Ärzte sind keine ‚Impfbefürworter‘, wir sind Impfexperten. Als Experten behandeln wir State of the Art - und Impfen ist State of the Art.“

Eine unterstützende Basis in der Kommunikation mit impfskeptischen Patientinnen und Patienten seien beispielsweise die Faktenblätter vom Robert-Koch-Institut (www.rki.de), oder auch der umfassende österreichische Impfplan. Schmitzbergers Rat an die Ärzteschaft: „Seien Sie hartnäckig, nutzen Sie die Informationsbroschüren – und meiden Sie das Wiederholen von Fehlinformationen. Denn jede bloße Nennung von Impfmythen bleibt in den Köpfen verankert, auch wenn Sie diese widerlegt haben“, warnte er.

Apothekerinnen und Apotheker: Kompetente Beratung und Aufklärung bei allen Impffragen

Impfen ist nach wie vor die kostengünstigste und effektivste Prävention und Gesundheitsförderung, die die Wissenschaft kennt. Vorsorgen ist immer günstiger als Heilen. Die alarmierend niedrigen Durchimpfungsraten insbesondere bei der Grippeimpfung machen klar, dass noch viel Arbeit zu tun ist. Gemeinsame Anstrengungen zur Motivation und Aufklärung sind unerlässlich.

„Der österreichischen Apothekerschaft kommt beim Thema Impfen eine besonders wichtige Rolle zu: jene der standardisierten Beratung im Sinne der Prävention. Mit mehr als 400.000 PatientInnen- und Kundenkontakten pro Tag sind Apotheken oft die ersten Anlaufstellen für die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Daraus ergibt sich für die Apothekerinnen und Apotheker zum einen eine immense Verantwortung, zum anderen die große Chance, auf das Gesundheitsbewusstsein der Menschen positiv Einfluss zu nehmen. Das gilt besonders beim Impfen, bei dem auch oft große Unsicherheit herrscht“, betont Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer. „Mit der Einsichtnahme in den e-Impfpass haben Apothekerinnen und Apotheker auch das technische Rüstzeug, um die Bevölkerung optimal beraten zu können sowie einen wesentlichen Beitrag zur Vorsorge gegen Infektionskrankheiten zu leisten und damit zu besseren Durchimpfungsraten beizutragen.“

In der Kommunikation rund um das Thema Impfen sollten alle Gesundheitsberufe ihre Kräfte bündeln und vereint agieren. Ziel ist es, dass auch impfskeptische Menschen ganz klar erkennen, dass jeder Einzelne mit einer Impfung dazu beitragen kann, sich selbst, aber auch andere Menschenleben zu retten. „Die bekannten 1-3 % Impfgegner in der Bevölkerung werden wir wahrscheinlich auch mit bester Information und Aufklärung nur schwer erreichen, aber die 20-30 % der Impfskeptiker können wir durch gezielte Beratung und Beantwortung ihrer Fragen motivieren, sich doch impfen zu lassen", sagt Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer.


Coronavirus - Erreichbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreichischen Ärztekammer


Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in der Bevölkerung hat die Österreichische Ärztekammer zum Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitgehend auf Homeoffice umgestellt. Nur wenn diese einem möglichst geringen Infektionsrisiko ausgesetzt werden, können sie auch weiterhin mit vollem Einsatz für Sie tätig sein.

In diesem Sinne ersuche ich Sie auch, bis auf Weiteres auf persönliche Besuche in der Österreichischen Ärztekammer zu verzichten. Wir bitten auch um Verständnis, dass die telefonische Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer zu 100 Prozent gewährleistet ist. Wir empfehlen daher, Anfragen vornehmlich via E-Mail zu stellen. Wir werden uns selbstverständlich bemühen, diese per Mail schnellstmöglich zu beantworten.

Bei dieser Gelegenheit darf ich mich bei Ihnen allen für den unermüdlichen Einsatz in dieser Krisenzeit bedanken.

Thomas Szekeres,
Präsident der Österreichischen Ärztekammer