Neuigkeiten und aktuelle Informationen
Der ÖÄK-Jahresbericht erscheint heuer in einem neuen und frischen Gewand. Er gibt unter anderem eine Übersicht über die offenen Kassenstellen.
„Das Jahr 2025 stellte unser solidarisch finanziertes Gesundheitssystem auf die Probe wie selten zuvor“, resümiert Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Die Österreichische Gesundheitskasse sorgte mit einer Verlustprognose von bis zu einer Milliarde Euro für große Besorgnis, dazu kam die Lücke in der Staatskasse. „Die ÖÄK hat sich in diesen turbulenten Zeiten als stabile Partnerin gezeigt und sich konstruktiv für eine nachhaltige und zukunftssichere Gesundheitsversorgung eingesetzt“, so Steinhart. Davon legt auch der neue Jahresbericht der ÖÄK Zeugnis ab, etwa die Tätigkeiten der beiden Bundeskurien.
Ausbildungsqualität fördern
Die Bundeskurie angestellte Ärzte (BKAÄ) erzielte mit einem Rücklauf von 59 Prozent der verteilten Fragebögen bei der Ausbildungsevaluierung 2025 einen neuen Rekord. Zudem zeigte sich, dass die ärztliche Ausbildung immer besser bewertet wird. Nur mit bestens ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten ist eine langfristige und hochwertige Versorgungssicherheit in Österreich zu gewährleisten. Positiv kommentierte die BKAÄ, dass im Regierungsprogramm der Bundesregierung der Wille zur Umsetzung einer verbindlichen Patientenlenkung – eine langjährige zentrale Forderung der BKAÄ – festgehalten wurde. Diese Maßnahme müsse rasch umgesetzt werden, um die Spitalsambulanzen zu entlasten.
Öffentliche Gesundheitsversorgung stärken
Mit dem Bekenntnis zum solidarischen Gesundheitssystem und der geplanten Schaffung von Anreizen, um die Bevölkerung zur Vorsorge zu motivieren, fand auch die Bundeskurie niedergelassene Ärzte positive Aspekte im Regierungsprogramm. Im Wahlarzt-Bereich betonte die BKNÄ aber mehrfach, dass es Anreize statt Verpflichtungen brauche, um die Kassenmedizin zu stärken. Ein weiterer Schwerpunkt war die digitale Medizin. Die mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger beschlossene Zukunftsvereinbarung e-Health soll künftig unter anderem auch die Finanzierung von neuen digitalen Projekten regeln, bevor diese in einem festgelegten Fahrplan umgesetzt werden.
Aktuelle Zahlen zu offenen Kassenstellen
Der Jahresbericht im modernen und frischen Design wurde zudem mit noch mehr Statistiken ergänzt. Neu ist etwa die aktuelle Aufstellung offener Kassenstellen, die zeigt, dass österreichweit 311,5 Kassenstellen unbesetzt sind, davon 167,5 in der Allgemeinmedizin. Im Facharztbereich sind die Frauenheilkunde (46,5 offene Kassenstellen), Dermatologie (28,5) und die Kinder- und Jugendheilkunde (20,5) die größten Problemfelder. Eine weitere Grafik zeigt die Entwicklung der Anzahl von Kassen- und Wahlärzten seit 1999. „Während die Zahl der Kassenärzte quasi unverändert geblieben ist – bei einer gleichzeitigen Bevölkerungszunahme in Österreich um 1,2 Millionen Menschen wohlgemerkt – ist die Zahl der Wahlärzte deutlich gestiegen. Das zeigt uns, dass wir im Kassensystem durch die Sparprogramme der vergangenen Jahrzehnte einen deutlichen Attraktivitätsmangel und einen erheblichen und drängenden Handlungsbedarf haben“, mahnt Steinhart Kasse und Politik zu Verbesserungen.
Ärztliche Fortbildung
Hervorzuheben ist auch der Fortbildungsbereich der Akademie der Ärzte: Der Ausbau der digitalen Angebote konnte auch 2025 fortgesetzt werden und spiegelt sich in den über 17.000 Teilnahmen wider. Weiters betreibt die Akademie mit der Akademie-Lernwelt auf meindfp.at eine etablierte Plattform mit knapp 350 DFP-approbierten E-Learning-Fortbildungen diverser Fachrichtungen. Dieses Angebot wird jährlich von rund 11.000 Ärztinnen und Ärzten genutzt, die 2025 rund 86.000 Teilnahmen verzeichnen. Erfreulich sind auch die Zahlen rund um den Österreichischen Impftag, der von der Akademie der Ärzte mitveranstaltet wird. Dieser hat sich im hybriden Format etabliert, insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 935 Personen teil. „Das zeigt mir, wie ernst Österreichs Ärztinnen und Ärzte nicht nur ihre Fortbildung, sondern auch die Bedeutung der Präventionsmedizin nehmen – auf diese Motivation können wir alle stolz sein“, sagt Steinhart.
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