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ÖÄK-von Langen fordert Beendigung der künstlichen Verknappung und des hausgemachten Versorgungsdefizits im Gesundheitssystem

Medizinstudenten, die jetzt erfolgreich abschließen, muss eine Ausbildungsstelle angeboten werden: „Ausbildung ist eine Investition in die öffentliche Versorgung von morgen.“

In dieser Woche legen hunderte Medizinstudentinnen und -studenten ihre letzten Prüfungen ab und erwerben damit den akademischen Grad des Doktors der gesamten Heilkunde. Weitere Tausende bewerben sich morgen, Freitag, beim österreichweiten Aufnahmeverfahren MedAT für einen Platz im Medizinstudium. „Das Interesse, Arzt zu werden, ist ungebrochen“, konstatiert Daniel von Langen, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte (BKAÄ). „Aber die Spitalsträger – und damit die Politik – bieten denjenigen, die jetzt ihr Studium beenden, zu wenige Ausbildungsstellen an. Die Perspektive ist aktuell trist. Es sieht auch nicht so aus, als würde sich das für jene, die im Herbst ins Studium starten, sehr bald ändern. Daher fordern wir eine Beendigung dieser künstlichen Verknappung und dieses hausgemachten Versorgungsdefizits.“   

Deshalb müsse es direkt anschließend an das abgeschlossene Studium ernstgemeinte Angebote für Ausbildungsstellen geben und nicht die Aussicht auf monatelangen Frust auf Wartelisten, so der BKAÄ-Obmann. „Dabei darf es keine Rolle spielen, aus welchem öffentlichen Topf die klinische Ausbildung finanziert wird. Es wäre eine große vertane Chance, wenn man nicht heute reagiert. Wir werden diese jungen Ärztinnen und Ärzte in Zukunft sehr dringend brauchen. Ausbildung ist eine Investition in die öffentliche Versorgung von morgen.“ 

Die Bundeskurie angestellte Ärzte der ÖÄK plädiert daher dafür, 15 Jahre vorauszuplanen und vorauszudenken. „Wenn wir die medizinische Versorgung auch im Jahr 2040 auf Top-Niveau gewährleisten wollen, müssen wir heute – und nicht morgen – für die jetzt nachrückende Ärztegeneration ausreichend Ausbildungsplätze schaffen und attraktive, familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten, anstatt die Lücken in der Versorgung weiter zu verwalten oder sogar noch größer zu machen“, betont von Langen. Dazu gehöre auch der Ausbau der Lehrpraxisförderung nach der Basisausbildung sowie der Ausstieg aus der dauerhaften Überstundenkultur: „Eine echte 40-Stundenwoche für Spitalsärzte sollte möglich sein, wenn man das möchte. Ohne die derzeit gängigen, ‚selbstverständlichen‘ Mehrstunden. Und wer – unter Beachtung des KA-AZG – mehr arbeiten möchte, dem sollte wiederum dies ermöglicht werden. Wenn genug Schultern da sind, auf die sich die ärztliche Leistung verteilen kann, sollten alle den jeweiligen Lebensphasen angepassten Modelle flexibel möglich sein.“ 

Die Ausbildungsstellen sollten wiederum an jene Bewerber gehen, die dafür die besten Voraussetzungen mitbringen. Dabei dürfe die universitäre Herkunft keine Rolle spielen, betont der BKAÄ-Obmann: „Diese vielerorts bemerkbare, ‚positive Diskriminierung‘ von Ortsansässigen bei der Vergabe von Ausbildungsstellen in Österreich – dass zum Beispiel in Wien Absolventen einer Wiener Universität bevorzugt und vorgereiht werden – lehnen wir ab. Eine regionale Bevorzugung kaschiert lediglich die künstliche Verknappung. Entscheidend ist, mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden und sie langfristig mit attraktiven Angeboten im öffentlichen System zu halten.“


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