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null Volle Ablehnung für Impfen in Apotheken

In Österreich seien Impfungen in Apotheken eine unnötige und sinnlose Gefährdung der Patientensicherheit, betont die niedergelassene Ärzteschaft. Zudem überschätze die Apothekerkammer die Impfwilligkeit ihrer Mitglieder.

Die niedergelassene Ärzteschaft signalisiert volle Ablehnung für neuerliche Begehrlichkeit der Apothekerkammer, Impfungen in Apotheken anbieten zu wollen. Diesmal wurde der Beschluss des deutschen Bundestags, die Grippeimpfung in Apotheken zu erlauben, als Grund für einen abermaligen Vorstoß ins Treffen geführt. „Es ist einfach unnötig, für finanzielle Interessen der Apothekerschaft die Patientensicherheit zu gefährden“, kommentierte Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte: „Österreich verfügt im Gegensatz zu anderen Ländern über ein dichtes und leistungsfähiges Netz an wohnortnaher Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sowie Fachärztinnen und Fachärzte. Apothekerinnen und Apotheker leisten einen wertvollen Beitrag für den Impfschutz der Bevölkerung, indem sie die Lagerung und die Abgabe von Impfstoffen managen. Das sind ihre Kompetenzen und darauf sollten sie sich besinnen“, empfahl Steinhart. „Wir Ärztinnen und Ärzte haben andere Kompetenzen. Wir kennen unsere Patienten, wir können die Impftauglichkeit dank unseres Studiums und der verpflichtenden Fortbildungen feststellen und auch bei seltenen Nebenwirkungen maximale Patientensicherheit garantieren. Zudem sind unsere Ordinationen sowohl von Ausbildung als auch von Ausstattung her auf Notfälle trainiert“, unterstrich der ÖÄK-Vizepräsident.

Auch Rudolf Schmitzberger, Leiter des ÖÄK-Impfreferates, betonte erneut, dass Impfen in Apotheken weder sinnvoll noch notwendig sei. Jede Impfung könne von Ärztinnen und Ärzten jederzeit ausreichend in jeder beliebigen Anzahl angeboten werden. „Schon bei der COVID-Impfung überstieg die Anzahl an impfwilligen Ärztinnen und Ärzten zu jeder Zeit das Angebot an verfügbarem Impfstoff“, erinnerte er. Auch die FSME-Impfung zeige mit ihrer international herausragenden Impfquote, „dass wir hier sicher keine Unterstützung von Apothekern mit Schnellsiederkurs in Impftechnik brauchen.“

Zudem überschätze die Apothekerkammer-Spitze wohl die Impfwilligkeit ihrer Mitglieder. In Deutschland habe sich das Interesse der Apotheken an der COVID-Impfung in engen Grenzen gehalten, viele Pharmazeuten sahen angesichts der Angebote durch Ärztinnen, Ärzte und Impfstraßen selbst keinen Bedarf, in ihrer Apotheke Impfungen anzubieten. „Auch in Österreich bezweifeln mehrere hochrangige Repräsentanten dieses Berufsstandes durchaus, dass Impfen in der Apotheke eine sinnvolle Ausweitung der Gesundheitsvorsorge darstellt“, sagt Schmitzberger. Seine Gespräche mit nicht wenigen Apothekern würden bezeugen, dass sich der Pharmazeut wieder auf sein bestens erlerntes Berufsfeld der pharmakologischen Beratung konzentrieren möchte, so der Leiter des ÖÄK-Impfreferates.