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Gesundheitsberufe: Qualitätssicherung muss Patienteninteressen im Mittelpunkt haben

Die Qualität und die Evaluierung derselben stellen zentrale Punkte im Gesundheitswesen dar, betont ÖÄK-Vizepräsident Karl Forstner anlässlich des 7. Tags der Gesundheitsberufe, der gestern in Wien stattfand. Allerdings sei dabei immer wieder kritisch zu hinterfragen, ob die erhobenen Ergebnisse auch tatsächlich die Wirklichkeit abbilden. „Es darf nicht sein, dass die Messung zu einem überbordenden bürokratischen Selbstzweck hochstilisiert wird, die weder einen Nutzen an sich hat noch dem Einsatz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen gerecht wird", so Forstner. Sie müsse dazu dienen, Einblick in Abläufe und Systeme zu erhalten. Dabei geht es um die wirklichkeitsnahe Erfassung von Qualität, damit die Daten für richtungsweisende Entscheidungen genutzt und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen realitätsnah erfasst werden können. „Letztlich macht das Sammeln von Daten nur Sinn, wenn die Zentrierung auf Patienteninteressen gewährleistet ist", bekräftigt Forstner.

Derzeit seien die Prozesse im Gesundheitswesen jedoch nicht so gestaltet, dass sie als Qualität beim Patienten ankommen, kritisiert Silvia Mériaux Kratochvila, Vorsitzende der Gesundheitsberufekonferenz . „Die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen wird aktuell vielfach von ökonomischen Zwängen getriggert". Oft werde beispielsweise das Messen von Kennzahlen – etwa von Wartezeiten – als Qualität definiert. Mériaux-Kratochvila plädiert dafür, den Blick wieder mehr auf den Patienten zu legen – und auch darauf, was der Patient als Qualität versteht: ausreichend Zeit für sein konkretes Anliegen oder auch Zeit für ein ausführliches Gespräch. Die Aufgabe der Angehörigen von Gesundheitsberufen sieht Mériaux-Kratochvila darin, ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich aktiv in die Gestaltung ihrer Tätigkeit einzubringen: „Es kann nicht sein, dass die Gesundheitsberufe die ökonomischen Vorgaben duldend umsetzen anstatt sich deutlich gestaltend in Qualitätsprozesse einbringen, die auf die unmittelbare Behandlungs- und Betreuungsqualität abzielen".

Die Gesundheitsberufe-Konferenz ist ein Zusammenschluss der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe in Österreich. Ihre Mitglieder sind: Berufsverband der ArztassistentInnen (BDA), Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich, Berufsverband logopädieaustria, Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), Bundesverband der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten Österreich (Ergotherapie Austria), Bundesverband der Heilmasseure und Medizinischen Masseure Österreichs, Bundesverband der Physiotherapeutinnen Österreichs (Physio Austria), Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs (MTD Austria), Österreichische Apothekerkammer, Österreichische Arbeiterkammer, Österreichische Ärztekammer, Österreichischer Berufsverband der Biomedizinischen AnalytikerInnen (biomed austria), Österreichischer Berufsverband der MusiktherapeutInnen, Österreichischer Berufsverband für Psychotherapie (ÖBVP), Österreichische Gesellschaft für Kardiotechnik, Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV), Österreichisches Hebammen-Gremium, Österreichischer Verband der HeilmasseurInnen und med. Kneipp BademeisterInnen, Österreichische Zahnärztekammer, Verband der Diaetologen Österreichs, Berufsverband DMTF + MAB Österreich, Verband der Orthoptistinnen und Orthoptisten Österreichs (orthoptik austria), Verband der RadiologietechnologInnen Österreichs (rtaustria).

07.04.2017

 


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