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ÖÄK-Szekeres zu ÖH-Umfrage: Hausarztmedizin endlich aufwerten 

Geringes Interesse an Allgemeinmedizin ist bedenklich

„Äußerst besorgniserregend", nannte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Thomas Szekeres, die heute von der ÖH der Medizinischen Universität Innsbruck veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage, wonach nur acht Prozent der Medizinstudierenden sich für eine Karriere in der Allgemeinmedizin interessierten.

Hausärztinnen und Hausärzte seien eine tragende Säule in jedem funktionierenden Gesundheitssystem, so Szekeres heute in einer Aussendung. „Diese Kolleginnen und Kollegen betreuen ihre Patienten meist über Jahre hindurch und genießen zu Recht auch bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen und Vertrauen." Die Zahlen aus Tirol seien nur eines von vielen Alarmzeichen, „die Verantwortlichen in Politik und Sozialversicherung müssen endlich aufwachen".

Dabei gehe es auch, aber keineswegs nur um die Bezahlung, sagte der Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin der ÖÄK, Edgar Wutscher. Natürlich brauche man dringend Tarife, die den hohen Einsatz der Kassen-Allgemeinmediziner entsprechend abbilden. Genauso wichtig sei jedoch die Modernisierung und Durchforstung der teils völlig veralteten Leistungskataloge. „Auch das hält viele Jungmedizinerinnen und Jungmediziner vom Weg in die Kassen-Allgemeinmedizin ab: Sie sind hoch motiviert, befürchten aber, dass sie vieles von dem, was sie erlernt haben, gar nicht erst anwenden können, weil es die Kassen nicht bezahlen."

ÖÄK-Präsident Szekeres verwies weiters darauf, dass man trotz oder gerade in Anbetracht des nun beschlossenen Primärversorgungsgesetzes nicht umhinkommen werde, endlich Arbeitsmodelle zu schaffen, die es jungen Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. „An vorderster Stelle steht dabei die Forderung nach der Anstellung Arzt-bei-Arzt", so Szekeres.

Weiters trage nach Ansicht beider ÖÄK-Vertreter die noch immer nicht geklärte Finanzierung der Lehrpraxis mit Sicherheit dazu bei, dass viele Ärzte in Ausbildung lieber gleich den Facharztweg einschlügen. „Die Lehrpraxis ist gesetzlich vorgeschrieben: Die öffentliche Hand hat daher endlich ihre Finanzierung sicherzustellen", forderten Szekeres und Wutscher abschließend. (ar)


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